Die Arbeit an Partikelfiltersystemen gehört heute zum Werkstattalltag, insbesondere bei modernen Dieselmotoren. Verstopfte Filter, defekte Sensoren und unvollständige Regenerationen sind häufige Probleme, die technisches Fachwissen und den korrekten Einsatz elektronischer Diagnosegeräte erfordern.
Bei Motoren der PSA-Gruppe (Peugeot und Citroën) weist das System eine Besonderheit auf: die Verwendung eines speziellen Additivs (Cerin), das eine zusätzliche Verwaltung und Rücksetzung erfordert.
PSA-FAP-System: Komplexere Verwaltung
Im Gegensatz zu anderen Systemen verwendet das PSA-FAP-System ein Additiv, das die Filterregeneration durch Senkung der Verbrennungstemperatur der Partikel erleichtert.
Dies beinhaltet:
- Das Nachfüllen des Additivs (Cerin);
- Die kontinuierliche Füllstandsüberwachung über das Steuergerät;
- Rücksetzungs– und Initialisierungsprozeduren nach jedem Eingriff.
Diese Diagnoseprozeduren können zeitaufwändig sein und, wenn sie nicht korrekt durchgeführt werden, eine endgültige Problemlösung verhindern.
Praxisbeispiel: Verstopfter DPF und unzureichender Additivstand
Ein häufiges Problem betrifft den 1.6 HDi-Motor, bei dem gleichzeitig ein verstopfter Partikelfilter und ein zu niedriger Cerinstand festgestellt werden können.
Folgende Fehlercodes können im Steuergerät (ECU) vorhanden sein:
- P1454 – weist auf eine zu hohe Additivmenge hin, oft bedingt durch schwierige Regenerationen, die die Filterverstopfung (DPF-Sättigung) verschlimmert haben.
- P15B3 – Additivstand unterhalb des Mindestwerts.
Richtige Vorgehensweise: Nicht nur Austausch
Zur Behebung des Problems ist ein umfassender Ansatz erforderlich:
- Reinigung des DPF (oder Austausch in schwerwiegenden Fällen);
- Auffüllen des Cerinstands;
- Zurücksetzen und Initialisieren per Diagnose.
Ein einfacher Austausch oder ein Nachfüllen ohne Beachtung der elektronischen Anweisungen führt fast immer zu erneut auftretenden Fehlern.
Additiv nachfüllen: Was Sie wissen müssen
Bei PSA-Motoren besteht der Additivtank aus einem internen Beutel in einem Kunststoffbehälter.
Nach dem Befüllen erkennt das System den neuen Füllstand jedoch nicht automatisch, sodass eine Diagnose erforderlich ist.
Reset- und Initialisierungsprozedur
Um die Intervention korrekt durchzuführen, muss das Steuergerät mit einem Diagnosegerät bedient werden:
Aktualisierung abgeschlossener Interventionen
Im Menü „Einstellungen/Programmierung“ müssen Sie Folgendes tun:
- Reinigung oder Austausch des DPF melden;
- Additiv-Nachfüllung protokollieren.
Cerinverbrauch initialisieren
Als Nächstes müssen Sie das Menü „Lernen“ aufrufen und Folgendes durchführen:
- Geben Sie die geschätzte Menge an Cerin im Filter ein;
- Der Wert muss mit der Laufleistung des Fahrzeugs übereinstimmen (z. B. 110.000 km → 49 Gramm Cerin – Wert eingeben: 0049).
Warum das Zurücksetzen wichtig ist
Wird diese Prozedur nicht korrekt durchgeführt:
- Der Fehlercode P1454 lässt sich nicht löschen;
- Das Steuergerät geht weiterhin von einem gesättigten Filter aus;
- Das Partikelfiltersystem funktioniert nicht ordnungsgemäß.
Erst nach einer vollständigen Initialisierung können die Fehlercodes gelöscht und der ordnungsgemäße Systembetrieb wiederhergestellt werden.
Fazit
Bei PSA-Partikelfiltersystemen ist die Elektronik ebenso wichtig wie die Mechanik.
Eine fachgerechte Reparatur beschränkt sich nicht auf die Reinigung/den Austausch des Filters oder das Nachfüllen des Additivs, sondern erfordert eine präzise und vollständige Diagnose. Ohne diese kann das Problem nicht als behoben gelten.
